Meinungsvielfalt ist vorteilhaft, aber nicht immer reibungslos

Unterschiedliche Meinungen und Konflikte sind normal und bieten den Beteiligten die Chance zum Austausch unterschiedlicher Betrachtungsweisen - ein entscheidender Schritt bei der Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit. Unsere "Goldenen Regeln" sind eine wichtige Richtschnur dafür, dass wir dabei aufmerksam, achtsam und wertschätzend miteinander umgehen. Aber nicht jede Meinungsverschiedenheit lässt sich ohne Unterstützung klären.

Was ist, wenn die Argumente ausgehen und sich ein Streit zuspitzt? Streitschlichtung  hilft dabei, Konflikte von Schülern und Schülerinnen untereinander zu entwirren - mit dem Ziel eine gemeinsame, einvernehmliche Lösung zu finden.


Streitschlichter kennen keine faulen Kompromisse

An unserer Schule vertrauen wir schon lange auf den Einsatz von Konfliktlotsen/innen. Streitschlichtung ist eine Methode, die unsere Konfliktlotsen/innen befähigt, leichte Konflikte eigenverantwortlich zu schlichten. Die Aufgabe besteht nicht darin, Konflikte anderer zu lösen, sondern durch ein gezieltes, festgelegtes Vorgehen bei der Lösung von Konflikten zu helfen. Konfliktlotsen/innen sind in den großen Pausen auf dem Schulhof aktiv und bieten im Konfliktfall ihre Hilfe an. Auch wenn Konflikte in anderen Situationen untereinander auftreten, können sich Schüler/innen an sie wenden, um Lösungshilfen in Anspruch zu nehmen.

Rollenspiele sind anschauliche Lektionen

Die Ausbildung der Konfliktlotsen/innen erfolgt im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts in der Klassenstufe 5. Während dieser Vorbereitungszeit erlernen und trainieren die Kinder Grundlagen der Streitschlichtung. Nach Abschluss ihrer Ausbildung legen die Schüler/innen eine Prüfung ab und nehmen in der Klassenstufe 6 ihre Tätigkeit auf. Die Ausbildung erfolgt im Wesentlichen durch Rollenspiele. Verschiedenste Übungen schaffen ein Bewusstsein für grundlegende Gesprächsregeln. Gleichzeitig werden Techniken vermittelt, um im Streitfalle ein Schlichtungsgespräch unterstützend zu begleiten. Im Vordergrund steht dabei die Fähigkeit, Streit- und Konfliktfälle unparteiisch zu moderieren. So werden Streitende angeregt, im Dialog miteinander selbstständig eine Lösung zu finden und Vereinbarungen zu treffen, die für beide Seiten akzeptabel sind. Die Konfliktlotsen moderieren diese Gespräche, legen aber nicht ihre Inhalte fest. Ob und worüber gesprochen wird und wie die Lösung aussieht, entscheiden allein die Streitenden. Unsere Streitschlichter/innen treffen sich regelmäßig, um ihren Einsatzplan zu besprechen und ihre Einsätze auszuwerten. Für Mediationsgespräche steht im Schulgebäude ein gekennzeichneter Raum zur Verfügung.

... und was sagen unsere Konfliktlotsen dazu?

Hallo,

wir sind zwei von 15 Schülerinnen und Schülern, die eine Ausbildung zum/zur Streitschlichter/in machen. Die Ausbildung ist ein WPU-Kurs. In dem Kurs lernen wir, wie man einen Streit richtig schlichtet und auch verschiedene Regeln, z.B. wie man mit Streitenden umgeht. Wir lernen verschiedene Stufen der Mediation kennen. Für die Mediation gibt insgesamt sechs Regeln.


Unsere Regeln:

· Wir lassen andere ausreden.

· Wir sind ehrlich zueinander.

· Wir beleidigen andere nicht und machen ihnen keine Vorwürfe.

· Nur, wer den Erzählstein hat, darf reden.

· Der Erzählstein geht immer zur /zum  Mediator/in zurück.

· Wir suchen nach einer gemeinsamen Lösung

Unsere Hilfsmittel:

 · der Gefühlswürfel

 · Hefter(Arbeitsblätter)

 · die Münze

 · der Erzählstein


Die Ausbildung macht uns allen sehr viel Spaß. Um uns vorzubereiten, stellen wir in Rollenspielen ganz unterschiedliche Konflikte und Streitsituationen nach.

Was macht eine/n gute/n Mediator/in aus?

· Er / Sie sollte unparteiisch sein.

· Er / Sie sollte Geduld haben.

· Er / Sie sollte Fachwissen haben. (Regeln erklären).

· Er / Sie sollte einen respektvollen, höflichen Umgang haben (gewaltfrei).

· Er / Sie sollte motiviert sein.

· Er / Sie sollte ein/e guter Zuhörer/in sein.

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L. und J. - Schüler der Jahrgangsstufe 5